Das Dach Afrikas
Lesotho ist ein
Traum für jeden Bike- und Offroadfan. Die Kulisse ist berauschend, grossartige
Gebirgslandschaften mit verschneiten Gipfeln und blumenübersäte Wiesen
lassen in einem wirklich und wahrhaftig das Gefühl aufkommen, im Königreich
des Himmels zu sein.

Die
Idee zu unserem Trip ist recht überraschend während eines Braais (einer
Art Grillfest, nur viel überladener als die hierzulande, definitiv nichts
für Vegetarier!!) entstanden. Der Trip startet von Johannesburg aus. Wir
sind 6 Männer: 5 davon kommen aus Süd-Afrika und ich aus Hannover. Es
wurde nur kurzfristig und unkompliziert festgelegt, wer sich um was zu kümmern
hat. Wir trafen uns schon am nächsten Wochenende. Unsere zwei Geländewagen
mit jeweils einem Anhänger waren schon voll ausgerüstet. Ein Anhänger
war beladen mit der Verpflegung, der andere mit den Bikes. So fuhren wir Richtung
Vereeniging, über die N3 nach Harrismith, weiter auf der N3 und nahmen die
Abfahrt Nottingham Road über Lower Loteni. Die Grenze passierten wir ohne
Probleme am Sani Paß.



Jetzt
geht der Spaß erst richtig los. Kurz hinter der Grenze werden die Motorräder
von den Anhängern gehoben, und die 4 Biker verschwinden in einer Staubwolke.
Wir beiden Fahrer der Geländewagen mussten uns sputen, da unsere Gefährte
wesentlich langsamer und mühsamer den Sani Paß mit fast 16% Steigung
heraufkletterten als die leichten Motorräder. In der kurzen Übersetzung
mit 5 10 kM/h quälten die Motoren, die Ausrüstung, Verpflegung
und die Anhänger auf das Plateau, in 3482 Meter Höhe. Wir kamen mit
einer kleinen Verspätung oben an, da Gippie ein paar einheimische Bauern
mitnehmen wollte, und tranken an dem höchsten Punkt Lesothos und Süd-Afrikas
in dem dortigen Pup ein eiskaltes Bier.
Dann
aber schnell wieder auf die Bikes und in die Geländewagen, damit wir noch
vor Sonnenuntergang ein gemütliches Plätzchen finden. Unbedingt wichtig
für die Wahl war, daß das Camp mit fliessend Wasser und einer Buschtoilette
mit einem grandiosen Ausblick ausgestattet ist.
Wild
campen war zur Zeit vor dem Putsch im letzten Jahr kein Problem, wenn man davon
absieht, von der einheimischen Bevšlkerung regelrecht belagert zu werden. In Lesotho
leben fast ausschliesslich Sotho, ein Bantu-Volk und die Amtssprache ist Sesotho
und Englisch. Die bäuerliche Bevölkerung aber, der wir unterwegs begegnet
sind spricht nur selten Englisch oder Afrikaans. Es bereitete uns einerseits viel
Spaß, uns mit den aufgeschlossenen Menschen zu unterhalten. Als wir allerdings
versuchten, ihnen verständlich zu machen, daß wir nach einem anstrengenden
Tag nun unsere Ruhe haben wollten, stießen wir auf Starrsinn. Die Gruppe
von Jugendlichen, Kindern und Omis wuchs, richtete sich schon fast gemütlich
um unser Camp ein und forderte immer wieder Bier oder Zigaretten. Wir verabredeten
mit ihnen, daß wir uns am nächsten Morgen treffen werden, um die restlichen
Lebensmittel wie Fleisch, Reis, Gewürze, vor unserer Abreise zurückzulassen.



Das
warmgemässigte Subtropenklima Lesothos ist aufgrund der Höhenlagen unberechenbar.
Ein Tag bevor wir ankamen, hatte es geschneit, sagte man uns an der Grenze. Während
wir die vier Tage durch Lesotho fuhren, wurden wir immer wieder von eineinhalbstündigen
Regenschauern begleitet. Die Nächte waren, wie zu erwarten, eiskalt und ohne
ein Feuer und einen heißen Grog nicht angenehm zu überstehen. Im Hochland
kann während des ganzen Jahres Frost auftreten. Die Maximal-, Minimaltemperaturen
sind ca. 35° bis 15°.



Am
nächsten Morgen nimmt die Wartung und Reparatur der Bikes und Geländewagen
einige Zeit in Anspruch, bis wir weiterfahren konnten. Der Trip ging teilweise
über unbefestigte, nicht eingezeichnete Wege, die ich leider hier nicht beschreiben
kann, ich werde mich aber bemühen, demnächst die Trips mit GPS Daten
zu beschreiben. Lesotho ist ein wunderschönes bergiges, durchweg grünes
Land. Die Menschen waren immer aufgeschlossen und freundlich. Auch wenn ich diese
Erfahrung nie gemacht habe, ist von Gewaltkriminalität in der Hauptstadt
Maseru berichtet worden. Einige Bantus sprachen von car-jacking auf
der Strecke von Leribe zum Katse Staudam. Die offiziellen Stellen warnen weiterhin
vor Überlandfahrten bei Nacht.



Afrika-Trip-Bericht:
Lars Rogge,
26 ist Fotograf, Inhaber einer Werbeagentur und eines Fotostudios
und Herausgeber
des Abenteuermagazins Afrika-trip.de lebt bei Hannover.
.
Lesotho bereiste er 1998 mit südafrikanischen Freunden.
Home
| Trips | Länderinfos
| Know-How | Natur |
Kultur | Termine
| Pinnwand