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Ceres,
6.11.00
Ein
Wahnsinns-Tag! Bewoelkter Himmel (gut), Fruehstueck (gut), Blick auf
den bevorstehenden Pass (oh Graus). So sollte es dann auch sein.
Nach
6km stieg ich vom Rad und schob selbiges die letzten 2km auf die Grootrivierhoogte.
Mit ca 40kg Gepaeck war es einfach zu steil. Oben angekommen freute
ich mich auf die Abfahrt hinunter ins Tal nach Grootrivier. Allerdings
hatte ich dabei auch den naechsten Berg schon wieder im Blickwinkel
(Blinkerpass). Auf der Abfahrt musste ich leider staendig die Bremse
ziehen, da mir eine hoehere Geschwindigkeit als 30km/h auf der Sandpiste
zu gefaehrlich erschien. Ich kam so schon ziemlich ins Schleudern.
Dummerweise
vergass ich beim Bremsen die Hinterradbrems ab und zu zu loesen und
so kam, was kommen musste. Die hintere Felge lief derart heiss, dass
sich nach einigen Minuten der Schlauch mit einem unverkennbaren Zischhhhh
verabschiedete. Er war am Ventilansatz auf etwa 10cm Laenge halb eingerissen,
halb geschmolzen. Unflickbar! Na klasse, die Reparatur dauerte incl
Ab- und Aufladen um die 30 Minuten.
Von
nun an musste ich wesentlich vorsichtiger fahren, da ich mir einen
derartigen Schaden nicht nochmal leisten konnte. Einen weiteren Ersatzschlauch
hatte ich nicht dabei. Im Tal fuellte ich meine Trinkvorraete auf
der Grootrivier-Guestfarm (sehr empfehlenswert) nochmals auf, bevor
ich den Blinkerpass in Angriff nahm. Ab diesem Moment hoert mein Erinnerungsvermoegen
so ziemlich auf. Irgendwie habe ich mich in einen richtigen Rausch
gefahren. Ich weiss nur noch, dass ich unglaublich geschwitzt habe
- soviel, dass sogar meine Muetze vollkommen durchtraenkt war und
vom Schirm her tropfte. Fuer die Landschaft hatte ich kaum noch einen
Blick uebrig. Ich wollte nur noch eines: Die naechsten Paesse ueberwinden
und diese unsaegliche Sandpiste verlassen!
Nach
ca. 65km erreichte ich endlich die Teerstrasse und ich war froh und
stolz zugleich, die Cederberge - zumindest den schlimmsten Abschnitt
- hinter mir gelassen zu haben. Beim naechsten Mal werde ich mein
Gepaeck auf jeden Fall auf ein Begleitfahrzeug laden, um einfach ein
wenig mehr von der sehr reizvollen Landschaft geniessen zu koennen.
Nach einem kleinen Zwischenstopp in Op-die-Berg erwartete mich nach
85km der Gydo-Pass. Keine Angst, dieses Mal ging es nur noch bergab!
Einfach wunderbar mit 70km/h (abgebremst) hinab ins Tal nach Ceres
zu sausen.
Meine
Unterkunft bezog ich im Guesthouse 'Hindenburg' bei Ingrid und Ernest.
Ich freute mich riesig auf ein ausgedehntes Bad. Schliesslich hatte
ich wohl den halben Staub Afrikas in den letzten Tag aufgenommen.
Es hat aber auch den Vorteil, dass man wenigen Sonnenbrand gefaehrdet
ist (alte Elefantenweisheit). Mein Fahrrad sah kein Stueck besser
aus. Ich hatte aber keine Lust, es zu waschen. In Somerset wollte
ich ohnehin einen kleinen Generalcheck unternehmen, bis dahin konnte
es auch noch dreckig bleiben.
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