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Stellenbosch,
7.11.00
Wie
heisst es so schoen? Wer hart arbeitet, wird am Ende auch belohnt.
Eine bessere Beschreibung des heutigen Tages faellt mir weiss Gott
nicht ein. Nach einem reichhaltigen Fruehstueck bei Ingrind verliess
ich Ceres um 7:45 Uhr. 500m hinter der Stadt stand der Mitchell's
Pass auf dem Programm. Toll, und das mit noch kalten Beinen. Zu meinem
Glueck war er von dieser Seite nur knapp 4km lang. Die Abfahrt war
dafuer um so spektakulaerer und ich konnte mal so richtig Gas geben.
Im Tal angekommen, bog ich rechts ab, um ueber die Bainskloof nach
Paarl zu fahren. Dies ist auch einer dieser Geheimtipps, die ich waehrend
meiner Tour erzaehlt bekam. Da mir bewusst war, dass es sich mal wieder
um eine Passstrasse handelt, gab ich ihr schon vorweg meinen eigenen
Namen, indem ich sie einfach in Pain's Kloof umbenannte.
In
der Tourist Office in Ceres fuehrte das zu allgemeinem Gelaechter.
Entgegen meiner Erwartung war es aber gar nicht so schlimm. Auf einer
sehr schmalen, geteerten Strasse ging es langsam aber stetig bergauf.
Steile Rampen blieben mir gluecklicherweise erspart und so konnte
ich mich fast ausschliesslich auf die wunderschoene Schlucht konzentrieren.
An jeder Ecke plaetscherte Wasser von den Felswaenden und bildete
entlang der Strasse ein kleines Rinnsal, bevor es weiter in die Tiefe
fiel. Nebenbei hatte das noch eine sehr erfrischende Wirkung.
Die
Bainskloof ist mit Sicherheit eine der schoensten Passstrassen hier
am Kap, wenn nicht im gesamten Land. Auf dem Gipfel angekommen genoss
ich nochmals einen letzten Blick zurueck auf meine geliebt und gehassten
Cederberge und begab mich danach auf eine 20km lange Abfahrt hinunter
ins Tal nach Wellington und Paarl. In Paarl goennte ich mir einen
Kaffee, bevor ich die letzten 20km nach Stellenbosch in Angriff nahm.
Hier wollte ich uebernachten, um erst morgen zu Bidolis nach Somerset
West zu fahren.
Telefonisch
habe ich sie aber bereits vorgewarnt, dass jeglich Annaeherung an
mich nur mit angehaltenem Atem vollzogen werden sollte. Nach nunmehr
ueber 1700km Radelns beschleicht mich das leise Gefuehl, dass ich
etwas streng riechen koennte.
Somerset
West, 8.11.00
Bin
heute morgen in Somerset West eingetrudelt. Von Bidoli's Haus aus
hatte ich den mir bekannten, wunderschoenen Ausblick auf Kapstadt
und den Tafelberg. Eigentlich ist meine Tour ja nun zu Ende. Da ich
aber sehr gut in der Zeit bin, und den Trip nach Luederitz in Namibia
gestrichen hatte, werde ich hier noch ein wenig weiterfahren. Das
Radfahren macht mir - trotz der ein oder anderen Wehwehchen - riesigen
Spass und ich halte es fuer eine fantastische Art zu verreisen. Man
erlebt so vieles mehr, an dem man mit einem Auto mit Sicherheit einfach
vorbeifahren wuerde. Wenn ich genuegend Zeit haette, koennte ich mir
von nun an durchaus vorstellen, noch nach Mocambique, Zimbabwe und
Botswana zu fahren. Aber das kann ich mir ja fuer das naechste Mal
noch aufheben.
Bevor
es nun aber - wie erwaehnt - weitergeht, werde ich die naechsten 4-5
Tage direkt in Cape Town verbringen, wo ich Jeffrey, Kerstin und Andre
wiedersehen werde. Wir hatten schon vorher ausgemacht, dass wir am
Fusse des Tafelberges eine Riesenparty veranstalten, wenn wir nacheinander
einrollen. Nun, ich bin anscheinend der letzte - die anderen warten
schon auf mich. Ausserdem werde ich Joern wiedersehen. Wer meine Berichte
verfolgt hat, wird sich an ihn erinnern. Ich traf ihn zuletzt in Hobas
am Fish River Canyon. Er ist zur Zeit wieder am Kap und hat mich per
Internet schon zum Braai eingeladen. Ich denke, wir werden uns eine
Menge zu erzaehlen haben.
Also,
seid nicht traurig, wenn ihr die naechsten Tage nichts von mir hoert.
Ich denke, ich habe mir eine kleine Zwischenfeier verdient.
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