Auf den Spuren der Buschmänner
Eine Tour in die karge Landschaft des Damaralandes in Namibia

Wir starten von Windhoek aus und folgen der Schotterstraße in Richtung Otjiwarongo, von dort weiter in Richtung Outjo. Dort fahren wir weiter Richtung Westen auf der C39 nach Khorixas. Insgesamt sind das ca 450 km und über teilweise geteerten Straßen gut befahrbar. Vor ein paar Jahren konnte man auf dieser Fahrt noch die Fingerklippe (Finger Rock) besuchen. Leider ist diese 35 m hohe Säule mittlerweile von der Erosion zerstört.

Die karge Landschaft des Damaralandes ist faszinierend: weite Ebenen und außergewöhnliche Felsformationen lassen keinen Zweifel, dass die Natur der grösste Künstler ist. Unterwegs stehen immer wieder Esel am Fahrbahnrand und wenn eine Giraffe über die Ebene läuft, ist das Glück perfekt.

In Khorixas kann man in einem Rest Camp übernachten. Wir ziehen es aber vor, im Busch auf einem einfachen Lagerplatz die Ruhe zu geniessen. Im Aba-Huab-Tal bei Twyfelfontain findet man mehrere solcher Plätze. Nachdem die Sonne glühend untergegangen ist, lauschen wir den Geräuschen des Busches und fühlen uns unendlich verbunden mit der Natur.

Am nächsten Morgen nach einem ordentlichen Burenfrühstück mit Würstchen, Eiern und Bohnen geht es nun Richtung Twyfelfontein zu den Felsmalereien der Buschmänner. Twyfelfontain bedeutet „zweifelhafte Quelle”, was ein klares Urteil über die Unsicherheit der Wasserversorgung in diesem trockenen Gebiet ist.

Als wir an dem Fundort ankommen, werden wir auch gleich von einem ortskundigen Führer empfangen, der uns durch die roten Gesteinsformationen führt und uns die 17 verschiedenen Fundorte rund um Twyfelfontain zeigt. Ein Drittel der Zeichnungen stellen Tiere dar – Jagdtiere waren das beliebteste Motiv der Buschleute: Elefanten, Giraffen, Nashörner, Strausse sind klar zu erkennen.

Ganz in der Nähe ragt eindrucksvoll der Burnt Mountain gen Himmel. In der Abendsonne sieht es aus, als würde der Berg brennen. Der höchste Gipfel dieses Granitmassivs ist mit 2573 m die höchste Erhebung Namibias. In den Höhenlagen des Gebirges gibt es mehr Feuchtigkeit als in den übrigen Landesteilen. Das in Spalten und Löchern gesammelte Wasser ermöglicht eine im Vergleich zur übrigen Namib vielfältige Flora und Fauna.

Deshalb haben sich hier auch steinzeitliche Jäger niedergelassen und bis in die Kolonialzeit hinein lebten hier einige San-Gruppen.

Nachdem wir eine weitere Nacht auf einem Lagerplatz bei Twyfelfontain verbrachten hatten, beschlossen wir eine Tour ins touristisch unerschlossene Kaokoveld zu wagen. Ohne 4 x 4 ist diese Tour nicht zu empfehlen. Unterwegs haben wir öfter Hilfestellung leisten müssen, wenn sich normale PKWs festgefahren hatten. Unter anderem waren zwei ältere Damen so leichtsinnig, mit ihrem gemieteten Citigolf diese Strecke zu unternehmen. Auf jeden Fall mutig. Aber nach sehr starken Regenfällen (Im April!) war die Fahrbahn ein einziges Matschfeld.



Bericht von Steffi Rogge, 29.
Sie ist Grafik-Designerin,
Inhaberin einer Werbeagentur und Künstlerin.



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