Mosambik – ein Abenteuer im Paradies

„Hey, habt ihr nicht Lust mitzufahren?” Der Trip begann für uns am Hans-Strydomdam in Südafrika, wo wir zusammen mit unseren südafrikanischen Freunden um das Feuer saßen. Für Oktober ist es noch recht kühl, aber da wir gerade aus dem kalten Deutschland kommen, empfinden wir es als angenehm lau. Tyrone begann von seinem geplanten Trip nach Mosambik zu erzählen. Er ist ein erfahrener Afrikareisender, ein uriger Typ, der lieber Afrikaans statt Englisch spricht und er ist ein absoluter Fan von Mosambik. Er beschrieb uns die wilden, unendlich wirkenden Strände und die Sandpisten durch Palmenwälder, die nur 4x4 mit dem Geländewagen zu befahren sind. Er beschrieb den Frieden des tiefblauen indischen Ozeans, indem die Delphine schaarenweise die Boote begleiten und Waale am Horizont zu entdecken sind.

Wieder in Johannesburg, organisierten wir sofort unser Visum in der mosambikanischen Botschaft. Relativ unproblematisch bekamen wir es auch einige Tage später ausgehändigt und dann stand unserem Abenteuer im Paradies nichts mehr im Wege, denn dass der Trip nicht gerade ein Spaziergang werden würde, war uns klar. Nach Ende des Bürgerkrieges 1992 haben die Mosambiker wieder Hoffnung geschöpft und sich eigene kleine Existenzen aufgebaut. Der Krieg ist nun seit vier Jahren vorbei, aber die Gefahr vor Landminen ist noch lange nicht gebannt.

Insgesamt sind wir acht Leute auf drei Geländewagen verteilt. Nachts fahren wir los in Richtung Nelspruit auf der N4, um möglichst früh als erstes an der Grenze zu sein. Aber es erwartet uns schon eine lange Schlange von bunt gemischten Leuten, die auf die Öffnung der Grenze warten. Langsam wird es heiß und es wird unangenehm, im Wagen zu sitzen. Die Schlange bewegt sich nur im absoluten Schneckentempo, aber mit Ungeduld den Grenzbeamten gegenüber erreicht man eher das Gegenteil, man wird ignoriert und eventuell erst Stunden später durchgelassen. Gegen die bürokratische Gründlichkeit kann man nicht viel ausrichten, da muss man durch. Nach unendlich Formularen und Durchsuchungen konnten wir dann endlich, nach vier Stunden Grenztortur, nach Mosambik einreisen.

Wenn man von Südafrika in Richtung Mosambik fährt, erwartet einen ein krasser Kulturunterschied. Südafrika, trotz Dritte Welt mit einem industriellen Standard der Ersten Welt, prallt an seiner Ostgrenze an eines der ärmsten Länder Afrikas. Bis 1975 war Mosambik noch portugiesische Kolonie, so dass der europäische Einfluss an vielen Stellen noch zu entdecken ist. Leider ist fast alles verfallen, Ruinen alter Villen an Stränden erzählen ihre eigene Geschichte, der einst prunkvollen Zeit. Nach der Flucht der Europäer blieb nur ein totales Chaos, natürlich auch im politischen System. Bis 1992 tobte ein blutiger Bürgerkrieg in Mosambik, der das Land endgültig zugrunde richtete; zu beklagen waren über eine Million Tote.

Von der Grenze geht es über Maputo in Richtung Xai-Xai, die Strassen sind asphaltiert, aber in schlechtem Zustand. Xai-Xai ist eine Kleinstadt. Hier können wir tanken und uns nach einer Erfrischung umsehen. In dem kleinen Hotel vor Ort gönnen wir uns ein kühles Bier, bevor wir weiter an der Küste in Richtung Inhambane fahren. Auf unserem Weg kommen wir immer wieder durch kleinere Ortschaften, wo Männer mit Hühnchen winken und Frauen am Strassenrand versuchen, Tomaten zu verkaufen. Bei Chikumbene verlassen wir die Teerstrasse und folgen einer Sandpiste durch kleinere Dörfer in Richtung Chongoene. Hier gibt es eine wunderschön gelegene Lodge direkt am Limpopo Fluss. Unter der Leitung von Jan und Jaci van Heteren wurde dieses Hotel zu einer luxeriösen tropischen Oase, mit guter Küche und bestem Service und natürlich allen Möglichkeiten, wie z.B. Tiefseefischen, Tauchen und Quadbikefahren durch Wälder.

Wir allerdings wollen weiter auf der EN 1 in Richtung Inhambane. Die zahllosen Polizei-kontrollen machen das Vorankommen nicht gerade leichter. Mehr als einmal sehen wir uns durch einen Beamten gestoppt, der uns bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung ertappt haben will. Ob er Recht hat oder nicht, eine Diskussion lohnt nicht. Die Polizei ist völlig unterbezahlt und bevor man sich auf Behördenstress einlässt, sollte man der Geldforderung lieber nachkommen. Auch die Anschnallpflicht ist immer wieder ein guter Grund angehalten zu werden. Aber mit 50 Rand in der Hand wedelnd kann man auch solche Unanehmlichkeiten meistern. Das hört sich für europäische Ohren erstmal nach Beamtenbestechung an und nach noch mehr Ärger, es ist aber afrikanischer Alltag und dieses Problem kann auch in Zukunft nicht geändert werden, wenn der Lohn der Polizei sich nicht bessert.

Von Inhambane geht es nur noch per 4x4 voran, denn wir folgen der Sandpiste Richtung Guijata Bay an der Küste Praja dos Cocos. Hier ist ein kleiner Campingplatz, auf dem man für ca. DM 10,– pro Person zelten kann. Wenn man der Sandpiste noch weiter in Richtung Norden folgt (natürlich auch nur per 4x4 möglich), kann man im Paindane Resort übernachten. Dieses Camp bietet 4-Bett-Hütten, die ca. DM 100,– pro Nacht kosten. Beide Camps sind an dem mosambikanischen Kanal gelegen mit Korallenriffen vor der Küste.

 

 

Wenn ihr Fragen zu einer Tour durch Mosambik habt,
dann mailt uns einfach unter

info@afrika-trip.de.

Reisetipps findet ihr unter den Länderinfos „Mosambik”



Bericht von Steffi Rogge, 29.
Sie ist Grafik-Designerin,
Inhaberin einer Werbeagentur und Künstlerin.
Die Tour nach Mosambik war vor
der Überschwemmungskatastrophe,
Ende 1999.


 

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