Bushfeeling pur
im Pilansberg National Park in der Nordprovinz Südafrikas



In
Südafrika hat der Tierschutz zu einem ungeheuren Anwachsen des Wildbestandes
geführt. Es leben hier mittlerweile mehr einheimische Tiere und Tierarten
als in irgendeinem anderen Land. Der Tierschutz hat in Südafrika eine lange
Geschichte, denn schon 1656 erließ van Ribbeek die ersten Richtlinien zur
Jagd.
Aber erst Paul Krüger sorgte sich, dass die Zivilisation immer
weiter in die Natur eindringt und verschiedene
Tierarten vom Aussterben bedroht
sind. So erklärte er Ende des 19. Jahrhunderts ein 17.400 ha großes
Areal im Transvaal zum ersten Schutzgebiet Südafrikas.
Der
Krüger Park ist heute das bekannteste und grösste Wildreservat. Er bietet
eine unvergleichliche Fülle an
Tieren und Pflanzen; er stellt mit seinen
ca. 1500 Angestellten ein unvergleichliches Maß an Organisation, technischem
und wissenschaftlichem Know-How dar.
Außer
dem Krügerpark gibt es aber noch zahlreiche andere Naturreservate, Schutzgebiete
und Gamefarmen zum Entdecken. Gerade Schutzgebiete, die nicht völlig organisiert
sind, wo es keine Teerstrassen gibt und wo vor einem keine Schlange von Besuchern
parken und den Elefanten schon vor einem gesehen haben, üben einen eigen
Charme aus. 700.000 naturbegeisterte Tierfreunde besuchen jährlich den Krüger
Park und in jedem Reiseführer wird es als absolutes Must angepriesen. Ich
würde es allerdings immer vorziehen, mehrere kleinere Parks zu besuchen,
wo sich schneller das ursprüngliche Bushfeeling einstellt.

In
der Nordprovinz, ca. 50 km nördlich von Rustenburg entfernt liegt z.B. der
Pilansberg National Park. Er liegt in einem erodierten Vulkangebiet, der mehr
als 100 Millionen Jahre alt und in dieser Größe einzigartig auf der
Welt ist. Die Landschaft ist vielfältig: offenes Grasland, weite Steppe,
tiefe Schluchten und Felsen. Das bietet die Voraussetzung für eine große
Anzahl von verschiedenen Tierarten: natürlich kann man hier die big
five erleben. Die big five sind der afrikanische Elefant, der
mit seinen 4 m Höhe und bis zu 7 Tonnen das größte Landsäugetier
der Welt ist, der Löwe, das schwarze und weiße Nashorn, der Leopard
und der Büffel. Außerdem gibt es hier noch 30 andere Großtiere,
350 Vogelarten und 65 Reptilienarten.
Das
erste Tier, das uns begegnet, als wir Mitte Oktober den Park besuchen, ist eine
Schildkröte, die uns frech den Weg versperrt. Wir wollen die Gute ja nicht
stressen, aber da die Sonne schon glutrot am Himmel brennt und wir vor Sonnenuntergang
das Manyane Camp erreichen wollen, könnte sie schon mal einen Zahn zulegen.



Gerade
noch rechtzeitig bevor die Tore um 19.00 Uhr schliessen, erreichen wir unser Camp.
Das Lager ist schnell aufgebaut, so dass wir bald unter sternenklarem Himmel am
Feuer sitzen und den Grillen lauschen können.
Es
ist 5.00 Uhr und seltsamerweise brauchen wir keinen Wecker, um wach zu werden.
Zu gespannt sind wir darauf, ob wir heute die Elefantenherde sehen werden, die
sich im Moment um den Mankwe Dam herum aufhalten soll. Als wir in unseren Wagen
steigen, geht die Sonne gerade auf und zaubert ein unglaubliches Farbenspiel auf
die Hügelkette vor uns. Bis Mittag entdecken wir unzählige Kudus, Impalas,
Büffel, Giraffen, Zebras und ein Nashorn.
Von
den Elefanten sahen wir aber nur eindeutige Spuren: abgeknickte Bäume und
natürlich Dung, den wir geschickt umfahren mussten, denn es können darin
immer wieder scharfe Dornen versteckt sein, die einen Platten verursachen.
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